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Verurteilungsstatistik NRW 2014

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Auch für den Strafverteidiger besteht ein großes Interesse an der Verurteilungsstatistik, da dort Entwicklungen sowohl hinsichtlich der Quantität von (festgestellten) Strattaten, aber auch hinsichtlich der verhängten Sanktionen deutlich werden.

Im Gegensatz zu der polizeilichen Kriminalstatistik werden in dem Bericht des Landesbetriebes Infortmation und Technik NRW lediglich rechtskräftig Abgeurteilte und Verurteilte erfasst, so dass hier die prozessgerechte Feststellung der Schuld eines Beschuldigten und Angeklagten Voraussetzung für die Erfassung ist, während bei der PKS die Eingänge und Abgaben an die Staatsanwaltschaft erfasst werden.

“Im Jahr 2014 wurden in Nordrhein-Westfalen 161 334 Personen rechtskräftig verurteilt. 89,5 % (144 411) der Verurteilten wurden nach allgemeinem Strafrecht, 10,5 % (16 923) nach Jugendstrafrecht verurteilt. Damit war im allgemeinen Strafrecht ein Anstieg von 0,8 % (1 078 Personen), im Jugendstrafrecht dagegen ein Rückgang von 13,8 % (2 717 Personen) zu verzeichnen. Kriminalität – gerichtlich registriert – ist ein überwiegend männliches Phänomen. 128 637 der Verurteilten im Berichtsjahr waren Männer. Dies entspricht einem Anteil von 79,7 %.” – so die kühle Auswertung der Statistik, die sich jedoch mit unseren eigenen Beobachtungen deckt.

Wegen Tötungsdelikten wurden im Jahr 2014 insgesamt 138 Personen verurteilt, wobei davon 52 Verurteilungen wegen Mord erfolgt sind.

Zahlenmäßig am größten waren die 61.000 Verurteilungen wegen Betruges und Untreue.

 

Rechtsanwalt Tim Cörper