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Gruppenvergewaltigung frei erfunden – Einstellung!

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Krefeld – Passend zum aktuellen gesellschaftspolitischen Diskurs im Hinblick auf die Vorgänge rund um den Hauptbahnhof Köln endet ein Verfahren in dem dem Mandanten auch eine Vergewaltigung vorgeworfen wurde. Die Anzeigenerstatterin zeigte an, dass sie nach einem nächtlichen Disco-Besuch von einem Beschuldigten in ein Hotel verbracht worden sei, wo dann 2 weitere Männer hinzugekommen wären und sie brutal vergewaltigt hätten.

Nachdem Sie aufgewacht sei, wäre sie blutverschmiert gewesen und habe Schmerzen am ganzen Körper verspürt – so die vermeintlich Geschädigte bei der polizeilichen Anzeigenaufnahme.

Der Mandant bestritt stets sexuellen Kontakt gegen den Willen der vermeintlich Geschädigten gehabt zu haben und insbesondere habe er an keiner Gruppenvergewaltigung teilgenommen.

Aufgrund frühzeitiger Kontaktaufnahme mit uns konnte erreicht werden, dass die Polizei die notwendigen und vorliegenden Beweise erhebt die über die bloße Aussage der vermeintlich Geschädigten und deren Körperspuren hinausging. Auf ausgewerteten Videoaufnahmen war eindeutig zu erkennen, dass diese “turtelnd” das Hotel betreten und im Fahrstuhl mit dem Mandanten Küsse ausgetauscht hat – von einer Nötigung oder gar Gewalt keine Spur!

Letztlich wies die Aussage der Zeugin erhebliche Brüche und Widersprüche auf, so dass an eine Anklageerhebung nach entsprechender substantiierter Stellungnahme durch die Verteidigung nicht zu denken war, und die Staatsanwaltschaft das Verfahren gemäß §170 Abs. 2 StPO mangels Tatverdachtes zur Einstellung brachte und der Mandant somit rehabilitiert wurde.  Gleichwohl musste der Mandant aufgrund dieses Verfahrens über einen Zeitraum von nahezu 6 Monaten um seine Freiheit bangen und wurde als Sexualstraftäter gebrandmarkt.

Der Fall zeigt, dass die Einleitung eines solchen Verfahrens nicht mit einer Vorverurteilung einhergehen sollte und macht erneut deutlich, dass die Zahl der Falschbelastungen in Sexualstrafverfahren – ob bewusst oder unbewusst – sicherlich nicht unerheblich sein dürften. Im vorliegenden Fall konnte durch die objektiven Beweismittel eindeutig belegt werden, dass es die ominösen 2 weiteren “Vergewaltiger” überhaupt nicht gegeben haben und der Phantasie der Anzeigenerstatterin entsprungen sind.

Abermals wird deutlich, dass die schnellstmögliche Kontaktaufnahme zu einem qualifizierten Strafverteidiger bei dieser Art von Vorwurf unverzeichtbar ist und obligatorisch sein sollte. Es zeigt sich, dass neben der profunden Kenntnis der Aussagepsychologie auch Problembewusstsein für die Ausschöpfung und Sicherung der Erkenntnismöglichkeiten bestehen muss. In anderen Verfahren musste in der Vergangenheit leider oft die Erfahrung gemacht werden, dass ein nicht mehr zu revidierender Beweismittelverlust durch zu späte Kontaktaufnahme eintrat, die zum endgültigen Verlust entlastender Beweismittel geführt hat und sich somit in höchstem Maße negativ auf das Verfahren ausgewirkt haben.

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