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Bewaffnete Einfuhr von Betäubungsmitteln – keine gute Idee

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Duisburg – Einem unglücklichen Zufall war es zu verdanken, dass ein Mandant plötzlich in die Mündung einer Dienstwaffe der Polizei blickte und Rechtsanwalt Cörper in seinem (verdienten) Schlaf gestört wurde.

Eigentlich war die Kriminalpolizei hinter einem ganz anderen Täter her, der regelmäßig kleinere Mengen an Betäubungsmitteln verkauft hat und daher in den Fokus der Ermittler geraten war. Diesen fiel jedoch auf, dass ein bestimmter Mercedes des Öfteren für kurze Zeit im Hof des Beschuldigten verschwandt. Auch wegen weiterer Hinweise entschloss man sich daher dazu den Fahrer zu observieren und man stellte recht schnell fest, dass dieser offensichtlich eine besondere Affinität für das holländische Nationalgericht „ein halbes Hähnchen“ ( so entnommen der Telefonüberwachung ) verspürte und daher immer nur für eine halbe Stunde in die Niederlande einreiste und dann grinsend eben zu dem Beschuldigten zurückfuhr.

Die Kommissare waren von dem Heißhunger nicht so recht überzeugt und entschlossen sich dann dazu bei dem nächsten Aufenthalt das Fahrzeug doch einmal genauer zu inspizieren. Das Fahrzeug wurde daraufhin von Polizeifahrzeugen eingekeilt und der Fahrer nebst Beifahrer unter Vorhalt der Waffe zum Aussteigen bewegt. Überraschenderweise fanden die Ermittler dann 2kg Marihuana vor – und tatsächlich überraschend 2 Hieb- und Stichwaffen in Griffnähe.

Soweit – so ungünstig. Das Gesetz sieht für den Fall der bewaffneten Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge eine Freiheitsstrafe von mindestens 5 Jahren vor. Der Mandant wurde postwendend festgenommen und am nächsten Tag ein Haftbefehl verkündet. Rechtsanwalt Cörper war noch in der Nacht vor Ort um mit dem Mandanten zu sprechen und diesen vor weiteren Dummheiten zu bewahren.

Die anschließenden Ermittlungen belegten leider nicht zuletzt aufgrund eines erheblichen Mitteilungsbedarfs via Telefon, dass es bereits 11 Einfuhrfahrten mit nicht geringen Mengen gegeben hat – die Straferwartung stieg entsprechend an.

Im Ergebnis konnte durch aktive Verteidigung in der Hauptverhandlung vor der großen Strafkammer erreicht werden, dass der lediglich eine Verurteilung wegen Einfuhr von Betäubungsmittel in nicht geringer Menge erfolgte ( ohne Waffe – Mindeststrafe 2 Jahre ) – 3 Jahre und 3 Monate Freiheitsstrafe bei gleichzeitiger Möglichkeit der Rückstellung der Freiheitsstrafe und Umwandlung zu Therapie statt Strafe.

Sowohl der Mandant als auch der Verteidiger waren sichtlich erleichtert, dass eine lange Freiheitsstrafe abgewendet und ein solchen Ergebnis erreicht werden konnte – ein sehr schöner Erfolg!

 

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